„Das Begräbnis von Pinelli“ von Enrico Baj

Eine recht spektakuläre Art der Malerei mit Mitteln des Theaters? In Holz geschnittene, bemalte und beklebte Figuren und Objekte – annehmbare Platten in 18 Formen als Collage zusammengestellt.

1972 fertigte Enrico Baj dieses „Gemälde“ zum Gedenken an Giuseppe Pinelli, 1968 wurde diese Art und sein Schöpfer durch eine Aktion des Centro Studi Libertari zum ersten Mal bekannt.

Enrico Baj, 1924 in Mailand geboren, beginnt mit 14 zu malen. In den 60erJahren nimmt er an Ausstellungen der surrealistischen Bewegung in Paris und New York teil, trifft Breton, Duchamp, lebt und arbeitet im ehemaligen Studio von Max Ernst.

Zu Beginn der 7oerJahre beginnt er mit grossen Formaten zu arbeiten – Lackarbeiten auf Leinwand und Assemblagen aus Tapete, Stoff, Glas und Watte, Übermalen von Materialien bis hin zu dekorativen Verwendung von Holz.

In der Mitte des Gemäldes, als das Element der Trennung zwischen den Anarchist*innen und den militärischen „Maschinen“, fällt Pinelli, von elf Händen ins Leere geschoben – jeweils links und rechts aussen, seine beiden Töchter Claudia und Silvia und seine Lebensgefährtin Licia, kniend von Trauer überwältigt.

Die Gesichter der Anarchist*innen im linken Teil wirken menschlich, mit Tränen in den Augen, Fahnen und erhobenen Fäusten. Farblich abgegrenzt sieben Polizisten mit Orden und Rädern statt Augen.

Das Gemälde – 3 Meter hoch und 12 Meter lang – erinnert zum einen an Picassos „Guernica“ und ist eine Hommage an den Futuristen Carlo Carra mit seiner Widmung an den Anarchisten Galli

Enrico Baj unterstützt zeitlebens die anarchistische Bewegung und schuf 1996 dieses „Denkmal “ von Bakunin

2003 starb Enrico Baj in Vergiate in der Lombardei.

„http://youtu.be/kx0zFzfWzm0„> (Enrico Baj „Il funeral dell´ anarchico Pinelli“)

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