Belgrado Pedrini („Il galeone“)

„Siamo la ciurma anemica/ d’una galera infame/ su cui ratta la morte/ miete per lenta fame.
Mai orizzonti limpidi/ schiude la nostra aurora/ e sulla tolda squallida/ urla la scolta ognora.
I nostri dì si involano/ fra fetide carene/ siam magri smunti schiavi/ stretti in ferro catene.
Sorge sul mar la luna/ ruotan le stelle in cielo/ ma sulle nostre luci/ steso è un funereo velo.
Torme di schiavi adusti/ chini a gemer sul remo/ spezziam queste catene/ o chini a remar morremo!
Cos’è gementi schiavi/ questo remar remare?/ Meglio morir tra i flutti/ sul biancheggiar del mare.
Remiam finché la nave/ si schianti sui frangenti/ alte le rossonere/ fra il sibilar dei venti!
E sia pietosa coltrice/ l’onda spumosa e ria/ ma sorga un dì sui martiri/ il sol dell’anarchia.
Su schiavi all’armi all’armi!/ Pugnam col braccio forte!/ Giuriam giuriam giustizia!/ O libertà o morte!

http://youtu.be/Cuntw5sf5SY“> (Alessio Lega zum 1.Mai auf Sizilien)

(Wir sind die kraftlosen insassen/ eines schändlichen gefängnisses/ in dem durch langsames verhungern der schnelle tod wütet/ Keine klaren horizonte erhellen unsere dunkelheit/ und über der schäbigen decke/ schreien die wärter jede stunde/ Unsere tage versickern/zwischen stinkenden kielen/ wir sind abgemagert, fahl/Sklaven gebunden an eisernen ketten/Der mond steigt über der see/dreht sich um die sterne am himmel/doch über unseren lichtern liegt ein totenschleier/ Mannschaft wasserloser Sklaven/ob entschlossen an den rudern zu leiden/die ketten zu sprengen oder weiter zu rudern/wir werden sterben
Ihr leidenden sklaven/ was hat dies rudern für einen sinn?/besser zwischen den wellen der bleichen see zu sterben/
Wir rudern/ bis das schiff am riff zerschellt/erheben die schwarz-rote fahne/in die rauschenden winde/Und in die schaumige und frevelhafte welle/mitleidsvoll gebettet/geht eines Tages /über die märtyrer/ die sonne der anarchie auf
Kommt sklaven zu den waffen, zu den waffen/ kämpft mit starken armen/ schwört, schwört gerechtigkeit/ freiheit oder tod)

Das Lied wurde von Belgrado Pedrini geschrieben, der zur Zeit des faschistischen Italiens selber einige Zeit im Gefängnis saß.
Geboren am 5.Mai 1913 in Carrara, verstarb früh seine Mutter. Den Vornamen, Belgrado, gab ihm sein Vater, ein Bildhauer, der immer unterwegs war und durch viele Städte reiste – u.a. auch durch Jugoslawien.
Sein politisches Bewusstsein wurde durch die Schriften von Bakunin, Kropotkin und Cafiero geprägt – und durch Errico Malatesta, mit dem ihm eine innige Freundschaft verband.

In Carrara war er mit anderen Anarchisten an verschiedenen Aktionen gegen das faschistische Regime beteiligt, wird festgenommen und wegen „illegaler Propaganda“ 1937 in das Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Pianosa deportiert.

Nach seiner Freilassung ein Jahr später nimmt er seine antifaschistischen Tätigkeiten wieder auf, arbeitet als Busangestellter.

1942 gerät er mit zwei seiner Genossen in einer Bar in einen Konflikt mit anwesenden Faschisten. Die „Schwarzhemden“ werden verprügelt und entwaffnet, die drei Anarchisten müssen nach Mailand flüchten, wo sie beim Kleben antimilitaristischer Plakate von einer Polizeistreife entdeckt werden. Nach einer längeren Schiesserei gelingt es Belgrado mit zwei anderen zu entkommen und landet über Genua in La Spezia.
Als „Kriminelle und Saboteure“ landen sie auf den Fahndungslisten von Mussolinis Geheimpolizei, der OVRA („Organisation zur Überwachung und Bekämpfung des Antifaschismus“) – eine öffentliche Hetzjagd beginnt.

In einem Hotel werden sie identifiziert. Eine weitere Schiesserei endet mit der Festnahme der Anarchisten. Belgrado wird in das Gefängnis in Massa (Provinz Carrara) gesteckt, wo ihn der sichere Tod durch Erschießen erwartet.

1944 gelingt es der Partisaneneinheit „Elio“, die Gefangenen der Massa zu befreien. Von da an beteiligt sich Belgrado an den Guerillakämpfen gegen die italienischen und deutschen Faschisten, vor allem in den Apuanischen Alpen, die bekannt sind für die bewaffneten antifaschistischen Kämpfe.

(Der Film „DalleAlpiApuane“ widmet sich intensiv diesem Thema, interviewt Überlebende und zeigt die heutige anarchistische Szene in Carrara.) Diesen Film könnt ihr hier komplett anschauen: „http://archive.org/details/DalleAlpiApuane„>

1945 wegen der Schiesserei in La Spezia erneut festgenommen, wird Belgrado zu lebenslangem Kerker verurteilt, was einige Jahre später in 30 Jahre Gefängnis umgewandelt wird.
Nach verschiedenen Fluchtversuchen und entsprechenden Gefängnisverlegungen schreibt er 1967 im Gefängnis Fossombrone (Provinz Pesaro)„Il Galeone“. Anfangs noch unter dem Titel „Sklave“, wird es schnell von den Anarchist*innen vertont und verbreitet.

1975 wird er – auch durch eine längere intensive Kampagne – aus dem Gefängnis entlassen.
In Carrara arbeitet er u.a. an einer Zeitung und gründet mit anderen Genossen u.a. den „Circolo Anarchico Bruno Filippi“.

Er starb am 11. Februar 1979 in Carrara.

(Carrara)

„http://youtu.be/OPBWfdk8YHw„> (Verpopte Fassung von „Il galeone“)

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