Archiv für Januar 2011

Wenn Aufstände gelingen (zumindest zeitweise…)

Es gibt genügend Beispiele, wo sich eine Gesellschaft nach verschiedenen anarchistischen Prinzipien organisierte, ohne sich explizit „anarchistisch“ zu nennen.Wenn es auch wenige im grossen Maßstab gab(Spanien, Ukraine), so gab und gibt es doch Gemeinschaften, die durch Selbstverwaltung und gegenseitige Hilfe, in antiautoritären und auch anarchistischen Systemen lebten und leben.Es gibt also sehr wohl ein „richtigeres Leben“ – nicht Hölle nicht Paradies sondern Erde des alltäglichen, des anders Orientierten und Organisierten

Genannt sei hier das autonome Dorf Daechuri in Suedkorea, das letztendlich wegen dem Ausbau einer US-Militärbasis 2007 niedergeknüppelt und niedergewalzt wurde. Siehe auch hier: http://www.daechuri.blogspot.com/

Bleiben wir in Südkorea. Ein Aufstand , der anfangs ähnlich erfolgreich war und sogar in seiner späteren Niederschlagung Impulse setzen konnte für den Widerstand in der Region, war der in der Stadt Gwangju im Mai 1980.

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Ägypten 2011 ….

Poesie des Widerstands … Tunesien 2011

http://www.youtube.com/watch?v=T61_WrL6Qmw

Tunesien 2011
Amel Mathlouthi – Kelmti Horra (Live – Rue Habib Bourguiba)

Vamos a hacer una revolución !

Der Aufstand als soziales Ereignis !

http://taibo.podspot.de/post/der-aufstand-als-soziales-ereignis/

„Wer denkt, daß ein Aufstand nicht möglich sei, wer das Vertrauen in die Möglichkeit verloren hat(oder niemals hatte), daß die Ausgebeuteten rebellieren werden, der/die sollte sich über die Distanz bewusst werden, die sie von jeglicher aufständischer Perspektive trennen. Wenn sie privaten Krieg gegen die Macht führen wollen, dann sollen sie dies nur tun, aber ohne es als sozialen Krieg auszugeben. Wenn sie mit ihren Aktionen in die Geschichte eingehen wollen, um der reinen Selbstbeweihräucherung wegen, dann sollen sie es sich unter den Scheinwerfern der Medien nur bequem machen, aber ohne vorzugeben, den Rest der Bewegung hinter sich zu haben.

http://translationcollective.wordpress.com/2010/02/04/uber-einige-alte-fragen-in-bezug-auf-anarchisten-und-nicht-nur/

Kein Erbarmen !!

Kein Erbarmen den Staaten, den deren Menschen sind Schafe
deren Hirten sie irreführen
Kein Erbarmen, den dessen Führer sind Lügner
in denen die Weisen zum Schweigen gebracht werden
Und deren Fanatiker den Äther beherrschen
Kein Erbarmen den Nationen, die nicht die Stimme erheben
Außer zu loben die Eroberer
Und Beifall geben dem Tyrann als Held
Und die Welt regieren
Mit Gewalt und mit Folter
Kein Erbarmen denen die
Keine andere Sprache dulden als ihre eigene
Und keine andere Kultur, als die eigene
Kein Erbarmen den Staaten , den deren Atem ist Geld
Und schlafen den Schlaf der zu gut gefütterten
Kein Erbarmen den Staaten , aber Erbarmen den Menschen
die es erlauben, ihre Rechte zu untergraben
und dass ihre Freiheiten weggespült werden

(frei nach Lawrence Ferlingetti)

Presente !!!

Am 19. Januar 2009 wurden der bekannte russische Anwalt Stanislav Markelow und die Journalistin Anastasia Barburova in Moskau von einem Killer auf offener Straße erschossen. Beide waren bzw. sind aktive Mitglied der libertären Bewegung in Russland.
Motive für den Mord gibt es viele, besonders Stanislav hat sich als engagierter Anwalt der Verfolgten und von AntifaschistInnen viele Feinde gemacht und u.a.einen berüchtigten Militär und „Held der russischen Föderation“ sowie etliche russische Nazis hinter Gitter gebracht. Nach Bekanntwerden der Morde fanden u.a. in Moskau, Petersburg und Grozny Demonstrationen statt, die von der Polizei angegriffen wurden und bei denen mehrere Dutzend DemonstrantInnen verletzt oder verhaftet wurden.
Stanislav Markelow
war Anfang der 90er Jahre in der jungen anarchistischen Bewegung Russlands aktiv, unter anderem als Mitglied in der „Anarchist Medical Brigade“. Er engangierte sich in verschiedenen Diskussionsgruppen und bei vielen Aktionen und Veranstaltungen. Später wurde er Rechtsanwalt, gleich in seinem ersten Verfahren verteidigte er GenossInnen, denen langjährige Haftsstrafen für ihre oppositionelle Einstellungen drohten.
Im Laufe der Zeit wurde er zu einem der engangiertesten Anwälte in Russland und zog sich dabei den Hass des mafiotisch-geheimdienstlichen Komplexes zu. So vertrat er u.a. als Nebenkläger die Familie Kungaeva,deren Tochter in Tschetschenien von einem russischen Offizier, Yuri Budanov, vergewaltigt und ermordet worden war. Der Mörder wurde nach nur acht Jahren Gefängnis vor einigen Tagen begnadigt. Auf dem Rückweg von einer Pressekonferenz in der es um die Begnadigung Budanovs ging, wurde Stas auf offener Straße erschossen. Stas hat in den letzten Jahren häufig Antifas verteidigt und in anderen Verfahren dazu beigetragen, dass einige russische Nazi-Schläger im Knast verschwanden.
null Anastasia Barburova

wurde durch einen Kopfschuß getötet, entweder, weil sie versuchte dem verletzten Stas zu helfen oder weil der Killer sich der Zeugin entledigen wollte. Nastya – wie Anastasia bei ihren GenossInnen hieß – war studierte Journalistin und arbeitete als Freelancer in den letzten Monaten für die Zeitung „Novaya Gazeta“. Ihr Spezialgebiet war die russische Ultrarechte. Nastya war aktive Anarchistin. Sie hatte im letzten Jahr beispielsweise dabei geholfen, eine Schlafstätte von kaukasischen Flüchtlingen gegen die Übernahme durch die staatliche Gefängnisverwaltung zu verteidigen und war dabei verhaftet worden. Sie beteiligte sich aktiv an verschiedenen Protestcamps gegen Umweltzerstörung. Im September 2008 nahm sie am Europäischen Sozialforum in Malmö, Schweden, teil. Zeitweilig half sie bei der Erstellung der libertären Zeitschrift „Avtonom“ mit. Nastya war mit ihrer Energie und ihrer offenen Art in der kleinen libertären Bewegung Russlands und der Ukraine sehr beliebt. Sie wird eine große Lücke hinterlassen.

(übernommen von „Infoladen Kulturverein Wels“)
Hintergründe auch zum „Anarchismus in Russland“ bei „Radio Chiflado Podcast „< a href=“http://www.podcast.de/episode/1242005/Schwarze_Fahnen_auf_dem_Roten_Platz“>

MACHETERO: Anarchismus in Puerto Rico(2)

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http://www.youtube.com/watch?v=MwNHKKfrFpQ (Trailer)

MACHETERO ist ein Film über die Puerto-Ricanische-Unabhängigkeitsbewegung aus einer angeblichen anarchistischen Perspektive

MACHETERO
ist eine Meditation über die Gewalt als ein Mittel zur Befreiung.
MACHETERO ist ein Bericht, in dem der französische Journalist Jean Dumont(Isaac de Bankolé) in einem New Yorker Gefängnis Pedro Taino interviewt, ein so genannter „Puerto-Ricaner-Terrorist“ gespielt von Not4Prophet – einem Mitglied einer RapBand aus Puerto Rico.
Pedro ist ein selbsternannter „Machetero“, der kämpft, um Puerto Rico vom Joch der USA-Kolonialpolitik zu befreien
Während Jean und Pedro diskutieren , manchmal erinnert es an die antikolonialen, Gewaltdiskussionen a la Fanon., entwickelt sich eine andere Geschichte .Ein Ghettojugendlicher wächst in den Straßen auf, kämpft und revoltiert. In einem „AntiManifest“, mit Unterstützung von „Machetero“ Pedro, versammelt er andere Jugendliche um sich
Ein Film, der noch durch eine entsprechende RapMusik vor allem ein Film über Gewalt ist – die, die von denen angewandt wird, andere zu unterdrücken und die, die nicht mehr unterdrückt sein wollen

So etwas wie eine anarchistische oder anarchosyndikalistische Bewegung existiert nicht, wohl aber sind es vor allem die jungen Leute, die sich in solchen Filmen wie „Machetero“ wieder finden. Und es sind die aktuellen oder jüngst vergangenen Ereignisse in der Welt, die hier heiss diskutiert werden. Die Kämpfe gegen den Neoliberalismus, die „Vermummten“ in Griechenland und in Chiapas und die auch hier diskutierte Insurgentenbroschüre„ der
kommende Aufstand“ produziert einige höchst interessante Webseiten und Blogs.(z.B.
http://la-accion-libertaria.blogspot.com/)

Praktische Aktionen und Kämpfe gehen z.zt. eher von der Universität in Puerto Rico aus, wo ein StudentInnenstreik die Aufstandspolizei auf den Plan rief.

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Alles Nähere bei: indymediapr.org (und bei „Töne“ -Puerto Rico-):

Anarchismus in Puerto Rico (1) – Luisa Capetillo

http://www.youtube.com/watch?v=tObvAhkziOU

Ein Video über die Anarchafeministin Luisa Capetillo, die wohl als die erste Anarchistin Puerto Ricos gilt. In nächster Zeit werden einige Beiträge auf die aktuelle Situation des Anarchismus in Puerto Rico hinweisen.
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Luisa Capetillo (Arecibo, Puerto Rico, 28. Oktober 1879 – 10. April 1922) war eine anarchistische Aktivistin und Schriftstellerin. Ihre Teilnahme an Streiks in den Tabakfabriken führte zu einer Ausbreitung der Gewerkschaftsbewegung Anfang des 20.Jahrhunderts. Sie war die erste Frau in Puerto Rico, die Hosen trug, was in der bürgerlichen Gesellschaft nicht gut ankam und zu einer Verurteilung führte – später wurde die Anzeige allerdings zurückgenommen .In ihren Schriften setzt sie sich für den Anarchismus, gleiche Rechte für Frauen und freie Liebe ein.

Luisa Capetillo wurde in Arecibo, Puerto Rico, 28. Oktober 1879 . Ihre Eltern waren Emigranten, die stark von der französischen Revolution beeinflusst waren. Luisa wurde zu Hause vor allem von ihrer Mutter unterrichtet, hatte so Zugang zur Literatur und Sprachen.
Sie arbeitete unter anderem als Vorleserin in Tabakfabriken, wo sie der FLT (Föderation der Tabakarbeiter) beitrat. 1907 unterstütze sie erstmals einen Streik der Landarbeiter. Sie reiste u.a. nach New York, Domrep und Kuba, wo sie sich anarchistischen Bewegungen anschloss und Streiks organisierte.

Am 10.April 1922 starb sie in Puerto Rico an Tuberkulose.

Luisa Capetillo förderte den AnarchaFeminismus vor allem durch ihre Schriften. Freie Liebe ist ein wiederkehrendes Thema in ihren Schriften, sowie gleiche Rechte für Frauen, bessere Löhne für die Arbeitnehmer und der Klassenkampf zugunsten des libertären Sozialismus.
Sie veröffentlichte vier Bücher:

• Literarische Essays (1907)
• Menschlichkeit in der Zukunft (1910)
• Einflüsse der modernen Ideen (1916)
• Meine Meinung über die Rechte, Zuständigkeiten und Pflichten der Frau (erste Auflage 1911, zweite Auflage, 1913)

Ich hab geträumt, der Winter wär vorbei ….

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