Archiv für November 2010

„Seid vor allem immer fähig, jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs.“

In Santa Clara(Cuba)(siehe Titel) fiel mal wieder der Strom aus . Nichts neues – aber es war während einer angekündigten Übertragung des spanischen Fussballklassikers FC-Barcelona gegen Real Madrid. Der Protest wurde schnell zu einem Protest gegen die herrschende Wirtschaftspolitik . 70 Personen wurden wohl verhaftet. (Wenigstens hat der FC Barcelona gewonnen )
Gestern wurde schon ein Oppositionspolitiker „abgeholt“, weil er die Musikgruppe Porno para Ricardo in seinem Privathaus auftreten lassen wollte – Porno para Ricardo – Teil des musikalischen Untergrunds (fern des touristischen „Buena Vista Social Club“) – darf aufgrund seiner regimekritischen Texte nicht ofiziell auftreten.

Wir empfehlen von daher: „El coma andante “ (siehe „Töne“)

Lucio Urtubia – Anarchismus ist Verantwortung

es gibt schon einige anarchisten auf der welt, anarchistinnen, anarchafeministinnen – einige von ihnen haben diebstahl, raub oder schmuggel ihrer sache verpflichtet
wenige haben mit che guevara diskutiert, oder die haut von eldrige cleaver gerettet, einem bekannten militanten der black panther bewegung
aber es gibt nur einen, der all dies getan hat und dazu noch die mächtigste bank der welt in die knie gezwungen hat, ohne auch nur einen tag seine arbeit als maurer ruhen zu lassen

im august 2010 erschien die deutschsprachige ausgabe „baustelle revolution“, im oktober machte lucio urtubia zusammen mit seiner übersetzerin alex arnold eine lesereise durch verschiedene deutsche städte – unter anderem war er auch in koeln

hier nun lucio urtubia selber – spanisch/deutsch(in den text klicken)

Abahlali gegen Gerüchte

Es gibt viele Taktiken, um uns, die organisierten Armen, in Schach zu halten. Es gibt Einschüchterung, unterschiedliche Formen von Gewalt, Leute verlieren ihren Job, werden verhaftet, und es gibt alle Arten von Kooptierung. Auch gibt es Lügen. Seit 2005 wurden eine Menge Gerüchte und Lügen verbreitet, über Abahlali, seine Mitglieder und Führung. Nach den Angriffen1 wurden noch viel mehr verbreitet. Abahlali möchte hier einiges klarstellen.
Abahlali bringt falsche Gerüchte zum Verstummen

Gerücht Nr. 1: Der Präsident von Abahlali, S’bu Zikode, und der Präsident der Jugendliga, Mazwi Nzimande, leben in Villen in Mhlanga.

Falsch: S’bu und Mazwi waren niemals an den Stränden der Reichen in Mhlanga. S’bu lebte in einer Baracke in der Siedlung Kennedy Road, bis im September 2009 ein bewaffneter Mob mit Pangas2 und Buschmessern sein Haus zerstörte. Immer noch vertrieben, lebt er in einem nicht bekannt gegebenen township, wo er, wie die meisten der Ärmsten im Land, an mangelnder Versorgung mit Wasser und Stromabschaltungen und der ständigen Bedrohung durch Räumung lebt. Mazwi Nzimande lebt in einer Baracke in der Siedlung Joe Slovo. Alle FührerInnen von Abahlali leben in armen communities.

Gerücht Nr. 2: S’bu ist ein Barackenlord und/oder Chef eines Taxiunternehmens.

Falsch: S’bu hat niemals eine Baracke außer der, in der er selbst lebte, besessen, und diese wurde von einem bewaffneten Mob im September 2009 zerstört. S’bu hat wegen seines Engagements für AbM zwei Jobs verloren, und 2008 hat er eine Anzahlung für ein Taxi geleistet, weil er eine Einkommensmöglichkeit brauchte, die unabhängig von staatlichem Einfluss ist. Aber er konnte Rückzahlungsraten nicht bezahlen und der Kombi wurde von der Bank eingezogen. Er ist weiter arbeitslos und ohne Einkommen. Es gibt einen Taxiunternehmer, der nicht in Kennedy Road lebt, mit dem Nachnamen Zikode, er ist aber weder mit S’bu noch mit dessen Familie verwandt; aber der gleiche Nachname hat für eine Menge Verwirrung gesorgt. Alle Funktionen bei AbM sind gewählte, und es gibt für sie keinerlei Gehalt von AbM oder irgend einer sonstigen Organisation. Viele unserer FührerInnen haben sich selbst der Bewegung als Vollzeitjob verschrieben, ohne ein Einkommen, und sie und ihre Familien haben für dieses Engagement einen hohen Preis bezahlt. Ihr Einsatz für den Kampf gegen die Armut hat sie noch ärmer gemacht.

Gerücht Nr. 3: AbM wird von ausländischen NGOs bezahlt, um die AfrikanerInnen arm und in Hütten zu halten, damit diese NGOs für sie weiterhin Spenden sammeln können.

Falsch: Als unsere Bewegung begann, hatten wir überhaupt keine Mittel. Auch jetzt, wo wir ein wenig Geld bekommen, beträgt das Gesamtbudget der gesamten Organisation pro Jahr weniger als das Gehalt eines höheren NGO-Mitarbeiters, und wir achten sehr darauf, so zu arbeiten, dass wir nicht von irgendeinem externen Fonds abhängig werden. All unsere finanziellen UnterstützerInnen sind auf unserer website angeführt. Es gibt keinerlei Geheimnisse über das bißchen Geld, das wir von fortschrittlichen UnterstützerInnen annehmen. Unsere finanziellen Aufzeichnungen liegen im Büro auf und jedes unserer Mitglieder kann jederzeit in sie Einsicht nehmen. Wir haben immer um Land und Wohnraum gekämpft, und in jeder community steht dieser Kampf unter demokratischer Kontrolle dieser community. Es war AbM, das Räumungen gestoppt und Verbesserungen an Orten wie Kennedy Road durchgesetzt hat.

Gerücht Nr. 4: Abahlali ist eine gewalttätige Organisation.

Falsch: Abahlali duldet keine Gewalt durch seine Mitglieder. Wir definieren Gewalt als „anderen Menschen Leid zufügen“. Das Anzünden von Autoreifen auf der Straße oder eine Straßenblockade bezeichnen wir nicht als Gewalt. Wir haben seit 2005 hunderte Proteste an unterschiedlichen Orten organisiert, und kein einziger Mensch wurde jemals von AbM-Mitgliedern oder anderen DemonstrantInnen verletzt. Aber unsere Mitglieder wurden von der Polizei oft verletzt, manchmal schwer.

Gerücht Nr. 5: Abahlali stört die Wahlen.

Falsch: Bei jeder Wahl seit 2006 hat Abahlali die Position “Kein Land! Kein Haus! Keine Stimme!“ eingenommen. Diese Position wurde vor jeder Wahl bei offenen Massentreffen diskutiert und überprüft. Bei diesen Treffen wird beschlossen, ob der Wahlboykott fortgesetzt wird oder nicht. Wahlboykotte wurden von AktivistInnen im Befreiungskampf praktiziert, und nach dem Fall der Apartheid von der Bewegung der Landlosen erstmals wieder aufgenommen. Aber selbst wenn wir als Abahlali eine gemeinsame Position haben, steht es unseren Mitgliedern frei, zu wählen, wen sie wollen, und Abahlali-Abteilungen sind keine No-Go-Zonen für politische Parteien. Sogar am Wahltag veranstaltet Abahlali keine Gegenveranstaltung, mit der sie Menschen davon abhalten möchte, zur Wahl zu gehen, denn das ist deren demokratisches Recht, und Abahlali respektiert dieses Recht.

Gerücht Nr. 6: Abahlalis sind Mörder/Gangster.

Falsch (1): Zweifellos war einer der Menschen, die umgebracht wurden, als im September 2009 Kennedy Road angegriffen wurde, einer der Angreifer. Er war zu dieser Zeit mit einer Feuerwaffe bewaffnet. Es gibt unterschiedliche Geschichten über die andere Person. Der Angriff war eine totale Überraschung, und in all der Angst und Verwirrung dieser Nacht versuchten einige Menschen in der community, sich selbst zu verteidigen. Aber es muss zur Kenntnis genommen werden, dass jeder Mensch das gleiche Recht auf Selbstverteidigung hat, wenn er von Menschen angegriffen wird, die ihn töten wollen. Uns ist jedenfalls klar, dass es eine Tragödie ist, wenn die Armen gegeneinander aufgebracht werden und Nachbarn Nachbarn angreifen. Wir beklagen diese Toten als Tode von Menschen unserer community. Es steht fest, dass die Verantwortung für das, was geschah, bei denjenigen liegt, die diese Angriffe geplant und durchgeführt haben. Wird erst einmal die Politik der offenen Diskussion durch Gewalt ersetzt, dann kann das nur zu einem Desaster führen.

JedeR, der/die behauptet, einen Beweis dafür zu haben, dass Abahlali als Bewegung jemals jemand umgebracht oder verletzt hat, ist aufgerufen, vorzutreten und der Polizei darüber zu berichten, denn als Bewegung würden wir uns sofort von allem distanzieren, das jedes unserer Mitglieder oder UnterstützerInnen falsch gemacht hat, denn das verstößt gegen unsere Prinzipien und gegen unsere Verfassung. Uns ist klar, dass unser Kampf bei der Anerkennung der Menschlichkeit jedes Menschen beginnt, dass wir darum kämpfen, die Würde jedes Menschen zu verteidigen und mensch kann nicht für Würde und Menschlichkeit kämpfen, ohne zu denjenigen Mitteln zu greifen, die die Würde und Menschlichkeit einer/eines anerkennen.

Falsch (2): Wir wurden der Welt als Gangster präsentiert, nachdem wir als organisierte Arme uns geweigert haben, uns von den paar AkademikerInnen anführen zu lassen, die für uns sprechen wollten, ohne mit uns zu sprechen. Als wir den Standpunkt einnahmen, dass „diejenigen führen müssen, die es verspüren“3 und „wir sind die ProfessorInnen unseres eigenen Leidens“, begannen diese AkademikerInnen sofort damit, der Welt zu erzählen, dass wir Lumpen seien. Sie haben 2006 gelogen und seither lügen sie immer weiter. Wenn der Preis für unsere Autonomie darin besteht, dass die rückschrittliche Linke an der Universität uns als Gangster bezeichnet, dann soll das so sein. Wir werden niemals ihr Geld annehmen und ihre braven Jungs und Mädchen werden, deren einzige Aufgabe darin besteht, bei ihren Treffen reinzukommen, zu singen und zu tanzen, sich mit amerikanischen AkademikerInnen zu treffen und dann heimzugehen, während sie alle Entscheidungen für uns treffen. Es gibt eine Menge Rassismus bei diesem Ansatz. Wir sind bereit, mit allen zusammen zu arbeiten, die die Autonomie und Demokratie unserer Organisation respektieren, aber wir sind nicht bereit, von irgendjemand Anweisungen zu übernehmen oder unsere Organisation unter die Kontrolle irgend jemandes anderen bringen zu lassen. AbM wird immer seinen Mitgliedern gehören. Wir werden uns immer gegenüber jedem Angebot einer Geldüberweisung verweigern, die an einzelne von uns geht, oder die nicht die Autonomie unserer Bewegung respektiert.

Gerücht Nr. 7: Abahlali ist die “Dritte Kraft”4

Falsch: Es ist traurig zu hören, wenn arme Menschen das fordern, was ihnen versprochen wurde, dass jemand anders ihnen sagt: “es gibt eine dritte Kraft” hinter ihnen. Das ist eine schlimme Beleidigung gegenüber den armen und marginalisierten communities, denn es untergräbt unser eigenes Denken als die Menschen, die leiden. Unsere dritte Kraft ist es zu sehen, wie unsere Kinder in Slumbränden verbrannt, von Ratten gebissen werden und sterben. Uns werden grundlegende Dienstleistungen wie Wassser und Sanitäranlagen vorenthalten. Unsere dritte Kraft ist es, in Barackensiedlungen zu leben, sogar ohne Toiletten, sodass wir den Busch als Toilette nehmen müssen. Es ist an der Zeit für den ANC und die linken NGOs, die beide meinen, sie hätten ein natürliches Recht, für die Armen zu sprechen, dass sie verstehen, dass wir fähig sind, für uns selbst zu sprechen. Wir werden uns weiter selbst organisieren und selbst denken und selbst für uns sprechen. Wir werden weiterhin sagen „sprecht mit uns, nicht für uns“. Wir werden weiter die Solidarität einer/eines jeden begrüßen, die/der uns als GenossInnen und nicht als Gefolgsleute betrachtet.

Uyishayile!

Land und Freiheit!

Fussnoten:

1) Vom September 2009 in der Siedlung Kennedy Road, AdÜ

2) Macheten, AdÜ

3) those who feel it must lead it

4) Der Begriff wird ähnlich gebraucht wie der der „Fünften Kolonne“

“Generell hoffe ich….

, dass wir von zwei Aspekten wegkommen, die den Anarchismus oft prägen: Der erste ist der Glaube, dass der Kapitalismus dem Untergang geweiht ist, und wir nur darauf warten müssen, bis er zusammenbricht. Der Kapitalismus ist nicht dem Untergang geweiht, und er wird solange bestehen bleiben, bis einer großen Anzahl von Menschen klar ist, dass es eine realistische Alternative gibt. Davon müssen wir die Menschen überzeugen. Der zweite Aspekt ist der Fokus mancher AnarchistInnen auf die Konfrontation. Ich gebe den Anti-WTO-Protesten in Seattle im Jahr 1999 die Schuld dafür, dass sie den Leuten das Gefühl gegeben haben sie könnten sich mit dem Staat auf der Straße anlegen und gewinnen. In Wirklichkeit ist der Staat viel besser, wenn es um Konfrontation und Gewalt geht. Das ist sein Geschäft. Hin und wieder werden wir möglicherweise einen Erfolg erzielen, wenn der Staat unvorbereitet ist. Darauf können wir uns aber nicht verlassen. Wir müssen kollektive Strukturen aufbauen, wenn wir wirklich gewinnen wollen. Wir müssen unsere Ideale dabei in einfache Sprache formulieren, ohne komplizierte Rhetorik oder politischen Jargon. Militantes Gehabe und Arroganz müssen vermieden werden, und wir müssen uns bewusst sein, dass es nicht von heute auf morgen zu einem großartigen Wandel kommen kann. Der Anarchismus ist immer noch die beste politische Idee, die je erdacht wurde. Und zu versuchen diese Idee umzusetzen ist das Nützlichste, was wir mit unserer Zeit machen können. Letzten Endes ist die Vision für Neuseeland und die Vision für den Rest der Welt die Gleiche: Eine Gesellschaft zu verwirklichen, die aus demokratischen und autonomen Gemeinschaften besteht, die sich gemäß ihrer Bedürfnisse kollektiv organisieren.”

— Sam Buchanan, Wildcat Anarchist Collective Wellington, Neuseeland – Zitat aus “Anarchismus weltweit

„Fire to the prisons“

„http://www.firetotheprisons.com/“

Zeitung der ABC New Jersey USAnull

„Politische Gefangene“ – „normale Knackis“

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Diese Unterscheidung ist grundsätzlich problematisch. Sehr viel praktischer, unabhängig von „ideologischen“ Überlegungen, wird uns die Einteilung in Polit-/Normalknacki jedoch von der anderen Seite aufgezwungen; insofern als jeder, der als Politischer, Widerstandskämpfer, „Terrorist“ einfährt, automatisch in den Genuß von Sonderbehandlung gerät. Um einen besonderen Status kommt der/die Politische nicht herum, was in der Regel heißt: Erstmal eine ganze Weile Isolation („verschärfte Einzelhaft“) Knast im Knast. Erst nach geraumer Zeit kommst du mit „normalen“ Knackis in Kontakt. Wenn überhaupt.

Die Sonderbehandlung sieht je nach Knast verschieden aus. Obligatorisch dürfte sein: zusätzliches Vorhängeschloß an der Zellentür; du machst alles allein, Hofgang, Duschen, Einkauf, Arzt; alle Gemeinschaftsveranstaltungen fallen flach; die Nachbarzellen sind nicht belegt; Fliegendraht vorm Fenster . . .

Du bist dann schon bekannt wie ein bunter Hund. Die Knackis sehen dich ja zum Beispiel – zunächst einige – vom Fenster aus beim Hofgang. Sowas ist Knastgespräch, wer da verschärfte Einzelhaft hat. Und warum. Während der Iso kriegst du auch mehr oder weniger offene Solidaritätsbeweise der übrigen Gefangenen mit. Was nur selten als politische Sympathiekundgebung gemeint ist; das ist eher zu verstehen als „menschliche“ Geste einem gegenüber, der unmenschlich behandelt wird. Denn daß Isolation mörderisch ist, wissen die Knackis sehr genau. Wie die Solidaritätsbekundungen im einzelnen aussehen, ist je nach Knast und Ortlichkeit verschieden; mindestens bekommst du bisweilen aufmunternde Spruche zugerufen oder es zeigt dir jemand eine Faust. Es kann dir aber auch passieren, daß dir jemand einen illegalen Tauchsieder,eine Zeitung, Kartenspiel oder so versucht reinzuschmuggeln.

Es ist oft überraschend, welche Phantasie die Knackis dabei entwickein. Beim ersten direkten Kontakt zu deinen Mitgefangenen – wie gesagt, meist nach einer Phase der Isolation – passiert folgendes: Du wirst von einer Woge ungeheurer Neugier („n richtiger Terrorist“) vermischt mit einer guten Portion Sympathie überschwemmt. Die aber recht bald abebbt. Und dann einem allgemeinen Unverständnis bis Empörung weicht, was die Unsinnigkeit der schikanösen Sonderbehandlung angeht. Nur die Gefahr für dich: Du gerätst in eine Art Euphorie. Und siehst nicht, zunächst jedenfalls, daß die soziale Organisation des Knasts im wesentlichen auf Mißtrauen aufgebaut ist.

Hast Illusionen, daß alles unheimlich dufte „Genossen“ sind. Von dieser Euphorie wissen die Bullen natürlich auch und nutzen sie möglicherweise aus. Regelrechte Feindseligkeit aus einer allgemeinen Ablehnung gegen „Terroristen“ gibt’s sehr selten. Auch wenn in den Massenmedien solch ein Unsinn penetrant behauptet wird. Vor allem, wenn du mit den Leuten direkt Kontakt hast, verflüchtigen sich Vorurteile dieser Art sehr bald. Womit du auf jeden Fall rechnen mußt: daß die Gefangenen, mit denen du dich unterhältst, von den Schließern oder gar den Bullen ausgequetscht werden, was du fürn Typ bist, was du so erzählst etc. Ferner wird – auch wenn’s nicht auffällt! – sehr genau registriert, mit wem du Kontakt hast.

Dieselben Spaltungsstrategien wie draußen

Nach der ersten Euphorie kommt bald die Ernüchterung: Daß der Knast ein verkleinertes Abbild der Gesellschaft ist, ist so richtig wie banal. Daß das aber konkret auch bedeutet, daß im Knast dieselben Spaltungsstrategien angewandt werden wie draußen – mit Erfolg! –, daß Gefangenen ihre eigene Kolonisation im Schädel mitproduzieren – das ist schon eine der greulichsten Erfahrungen im Knast.

Andererseits ist manchmal erstaunlich, was die Knackis so von dir wegstecken. Nicht daß du dauernd am „Agitieren“ wärst – Unsinn. Dazu hast du eh keine Gelegenheit. Aber einfach aus deinem Verhalten ticken die eine ganze Menge. Auch was das auf sich hat mit dem, was sie im Fernsehen von den „Terroristen“ mitkriegen.

Wenn die „normalen Knackis“ zu offensichtlich mit dir zusammenmachen, werden sie häufig zwangsverlegt. In andere Abteilungen. Regelrecht panisch reagieren die Schließer, wenn einer während der Iso mit dir Kontakt aufzunehmen versucht; was sich sowieso auf Zurufe beschränkt. Das gibt dann für die Knackis nicht selten ein „Hausstrafverfahren“, d.h.Verbot von Gemeinschaftsveranstaltungen, Einkaufssperre oder ähnliches.

Das heißt jedoch nicht, daß allein die Anstalt dafür verantwortlich ist, wenn eine Distanz und Fremdheit gegenüber den Politischen besteht. Die politischen Gefangenen werden von den übrigen Gefangenen immer noch nicht als etwas angesehen, was zum Gefängnis gehört wie sie selbst. Sie sind eine Ausnahme. Dabei ist es rucht so sehr wichtig, was die politischen Gefangenen für politische Positionen haben, sondern wie sie sich überhaupt verhalten. Sie werden als etwas Exklusives angesehen und beobachtet. Und erst spater spielt eine Rolle, was sie meinen. Zuerst spielt nur eine Rolle, wie sie sich verhalten. Die Politischen werden von den Mitgefangenen auch nicht etwa nur als besonders stark Benachteiligte erlebt.

Sie werden oft gleichzeitig als privilegiert angesehen und in gewisser Weise sind sie es auch:
Wahrend die übrigen Gefangenen allenfalls in den widerlichen Seiten derGerichttsberichterstattung als bloße Objekte der Justiz, als ihr Demonstrationsmaterial, erscheinen, haben die Politischen draußen eine gewisse Öffentlichkeit, einen Umkreis von Leuten, auf die sie sich beziehen können, die sich jedenfalls mit ihnen identifizieren, sie unterstützen. Das haben die „normalen“ Gefangenen nicht. Es sind höchstens einzelne, die sich um sie kümmern – Angehörige, Freunde – meistens nicht einmal das. Die Politischen haben einen Anwalt – und zwar einen der sich um sie kümmert, was sonst selten ist. Sie werden mit Zeitungen und Geld für den Einkauf versorgt und bekommen Briefe.

Alles das also, was ein normaler Gefangener entweder nur in einem sehr geringen Maße oder überhaupt nicht hat. Die „Privilegierung“ wird also nur durch den eigenen sozialen und politischen Zusammenhang draußen geschaffen und nicht durch die Institution – die alles tut, um das abzuschneiden. Die Haftbedingungen haben sich für alle Gefangenen in den letzten Jahren tatsächlich verschlechtert, und manche Gefangenen werden dafür die Politischen irgendwie verantwortlich machen. Auch die ganzen Fahndungen, bei denen keine „Terroristen“ geschnappt, dafür aber hunderte von Autodieben aufgebracht worden sind, spielen da natürlich eine Rolle.

Aber inzwischen ist auch durchschaubar geworden, daß die allgemeinen Verschärfungen nicht nur auf die Politischen abzielen, nicht nur ihnen „zu verdanken“ sind, sondern überhaupt garantieren sollen, daß die Knaste auch morgen noch regierbar bleiben. Zur Zeit muß auch noch eine andere Gruppe von Gefangenen als Vorwand für die immer weitergetriebenen Haftverschärfungen herhalten: Es sind die wegen Drogengeschichten Einsitzenden. Vielleicht werden es morgen die Ausländer sein.

Hetze gegen aufständische Anarchist*innen?

seit einigen tagen ist eine deutschsprachige ausgabe von “ der aufstand kommt“ im handel (hier kann die broschüre kostenlos – wie anderswo auch – runtergeladen werden) was einen sich journalisten nennenden menschen namens Johannes Thumfart flugs dazu brachte, das ganze in eine „rechte“ ecke zu stellen, ja, weil bürgerliche zeitschriften( ausser der „taz“, wofür thumfart schreibt) den text sehr aufmerksam gelesen haben, dies als ein produkt der „konterrevolution“ zu sehen – nun hat „Jungle World“ denselben artikel veröffentlicht, um das publizieren von heidegger zitaten als „rechte positionen bei angeblich linken“ herauszustellen.

wir haben weder die veranlassung nun deshalb die taz und die partei der grünen als irgendwie emanzipatorische gruppen überhaupt in erwägung zu ziehen noch werden wir irgendwelche nationalfahnen der „westlichen zivilisation“ auch nur mit dem hintern ansehen —
eine erwiderung auf das pamphlet von thumfart gibts in der taz bei den entsprechenden kommentaren zu hauf
wir wollen einfach nur mal wieder darauf hinweisen, woher und in welchem zusammenhang „der aufstand kommt “ erschienen ist — wenn einer/einem von euch zwischen den aktionen des französischen staates und der veröffentlichung in „taz“ und „jungle world“ einen zusammenhang sieht — jo, irgendwie kann mensch drauf kommen.

Hier nun die Geschichte, um die es eigentlich geht


Das Lehrstück von Tarnac


By tarnac9 on Februar 8, 2009

Wie der Antiterrorkampf in Frankreich zur Farce wird

Im Morgengrauen des 11. November 2008 stürmten 150 französische Polizisten einen Bauernhof im Weiler Tarnac (Département Corrèze) und nahmen neun Personen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren fest. Laut Innenministerium handelte es sich um eine Bande “anarcho-autonomer” Ultralinker, die verdächtigt wurden, die französische Bahn sabotiert zu haben. In den Wochen zuvor waren TGVs der Linien Paris-Lille und Paris-Strasbourg mit sogenannten Hakenkrallen blockiert worden. Bei der Durchsuchung des Bauernhofs beschlagnahmten die Antiterror-Spezialisten “Material zum Klettern” sowie “Dokumente über den Streckenverlauf von Zügen”, zu Deutsch: eine Leiter und einen Fahrplan. Für eine dauerhafte Inhaftierung der Festgenommenen reichte der Fund nicht. Acht der Verdächtigen wurden bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Nur Julien Coupat, in dem die Polizei den “Doktrinär” und “Chef” der Bande vermutet, befindet sich wegen des Verdachts auf “Bildung einer kriminellen Vereinigung mit terroristischen Zielen” noch immer in Untersuchungshaft.

Die dünne Beweislage und der Vorwurf des Terrorismus führten zu Protesten von Juristen, Journalisten, ja sogar von Polizisten. Giorgio Agamben, Jean-Luc Nancy und andere Philosophen schrieben in einem offenen Brief, die Angeklagten seien nur deshalb verhaftet worden, weil sie politisch aktiv waren: “Sie haben an Demonstrationen teilgenommen, sie denken nach, lesen Bücher, leben gemeinsam in einem Dorf. Sie wären untergetaucht”, heißt es. In Wirklichkeit haben sie einen Ökoladen öffentlich betrieben, und in der Gegend von Tarnac kennt sie jeder. Zuletzt wird noch die Abwesenheit eines Beweises zum Beweis: Die Weigerung der Angeklagten, sich in der Haft gegenseitig zu denunzieren, wurde als Indiz dafür aufgefasst, dass es sich um Terroristen” handle. Wie lange wollen wir es noch hinnehmen, dass der sogenannte Antiterrorismus jede und jeden jederzeit anzuklagen erlaubt?”

Ins Visier der Polizei war die Gruppe um Coupat aufgrund eines einhundertzwanzigseitigen, post-situationistischen Pamphlets geraten, das den provokanten Titel “L”insurrection qui vient” (Der kommende Aufstand) trägt und als dessen Autor ein mysteriöses “comité invisible” (unsichtbares Komitee) figuriert. In dem elegant formulierten Essay war problemlos die Handschrift Julien Coupats und seiner Freunde wiederzuerkennen, die bereits 1999 mit der Pariser Theoriezeitschrift Tiqqun auf sich aufmerksam gemacht hatten. Giorgio Agamben bezeichnete die Revue als das “Intelligenteste”, was in Paris in den letzten Jahren geschrieben worden war. Ähnlich wie in Tiqqun geht es auch in den poetisch-politischen Überlegungen zum “kommenden Aufstand” um die Denunziation einer trostlos unwirklichen Gegenwart, und um die Flexibilisierungsanforderungen an die “Generation Praktikum”, die sich aussichtslos und schlecht bezahlt vom einen ins andere Projekt forthangeln muss, ohne dass sich je eine bessere Zukunft blicken ließe. Morgen fällt aus. Was die Welt zu bieten hat, heißt Arbeitsamt, Prekariat, Dauerkrise.

Alles blockieren!

Um dem Desaster abzuhelfen, predigt das “unsichtbare Komitee” zwar keinen bewaffneten Kampf, immerhin aber die aktive Beschleunigung der sozialen Implosion. Zum einen schlägt es den Rückzug in Alternativprojekte à la Tarnac vor, zum anderen die demonstrative Unterbrechung der Mobilitätskanäle des rasenden Fortschritts. Was die Staatsanwaltschaft dazu veranlasste, die Gruppe um Julien Coupat als Terroristen einzuschätzen, waren Sätze wie die folgenden: “Die Wirtschaft blockieren. Die Anti-CPE-Bewegung hat nicht gezögert, Bahnhöfe, Autobahnen, Fabriken, Supermärkte zu blockieren. Alles blockieren: Das ist der erste Reflex all derer, die gegen die herrschenden Verhältnisse aufstehen.”

Über Sinn und Unsinn solcher Blockade-Strategien kann man streiten. Im Fall der französischen Massenbewegung gegen den CPE (Erstanstellungsvertrag) waren sie immerhin erfolgreich. Schwer tut man sich allerdings, in ihnen jenen blutrünstigen Terror zu wittern, den Innenministerium, Staatsanwaltschaft und Polizei darin am Werk sahen und auf den sie mit martialischen Verhaftungs- und Anklageaktionen reagierten. Die Gruppe von Tarnac von vornherein gleichzusetzen mit Bombenlegern, Selbstmordattentätern oder Flugzeugentführern und Julien Coupat gegen die Entscheidung des Untersuchungsrichters immer weiter als “Terroristen” gefangen zu halten, erscheint ebenso absurd wie politisch unklug. Erstens bestätigt man dadurch nur jene düsteren Visionen, die im Ausnahmezustand die Regel der bürgerlichen Demokratien selbst erblicken, zweitens macht man Coupat dadurch zu genau jener charismatischen Figur des anarcho-autonomen Widerstands, die man verhindern wollte, und drittens verwechselt man auf katastrophale Weise kritische Worte und Gedanken mit kriminellen Taten. Politische Freiheit endet nicht dort, wo radikale Kritik an den schlechten Verhältnissen geübt wird, sie beginnt dort erst. Demokratien sind keine Nachtwächterstaaten.
Dass die Innenministerin der französischen Republik einen jungen Philosophen für seine revolutionären Schriften kriminalisiert, ist jedenfalls eine historische Neuheit. Zuversichtlich stimmt sie nicht. CLEMENS PORNSCHLEGEL

copy/ paste von http://www.sueddeutsche.de/252381/501/2746072/Das-Lehrstueck-von-Tarnac.html

„Für eine andere Welt“ (ARTE)

Ein lieber Mensch (Umarmung !) hat die o.a. ARTE Reihe in vier Teilen auf „yo tube“ hochgeladen. Sehr empfehlenswert !!! (Auf textzeile klicken)

Z wie:(und das Original)

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Selbstverständlich sei hier das Original erwähnt(gibst sogar als Hörbuch) : Berkman-Abc des Anarchismus
Hier:www.anarchismus.at/txt2/berkman.htm

Die Beziehungen zwischen Kuba und Venezuela aus anarchistischer Perspektive

Eine der Kardinaltugenden unter uns, die wir uns als Anarchist_innen bezeichnen, muss die Brüderschaft- und Schwesternschaft zu den Aktivist_innen sein, deren Kampf der Freiheit und Gleichheit gilt. Die Verbindung zwischen Staaten kann nur unser Misstrauen hervorrufen, denn dies sind Verknüpfungen zwischen Strukturen der Ungleichheit, Repression und Ungerechtigkeit, die wir als Anarchist_innen immer genauso bekämpft haben wie den Kapitalismus. Daher ist die grundsätzliche politische Linie der wir folgen, – sieht man von einigen polemischen Ausnahmen ab, welche die Regel bestätigen – die Unterstützung und internationale Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unterdrückten und der Kampf gegen die Staaten und deren zwischenstaatliche Beziehungen.

Doch was passiert, wenn zwei Staaten eine Beziehung eingehen, die von ihnen als fortschrittlich und revolutionär angepriesen wird? Das ist bei der engen Beziehung zwischen Kuba und Venezuela der Fall. Bedeutet das die Aufhebung unseres Kampfes gegen Staaten und deren Allianzen?

Es wird einige geben, welche diese Frage mit ja beantworten, sei es aus schierer Ignoranz oder um den Anarchismus zu verfälschen. Sie werden sagen, dass diese sozialistischen Staaten einen Fortschritt auf dem Weg zur der von uns gewollten sozialen Revolution darstellen und dass unsere Einwände und Kritik daran vernachlässigbar ist, im Vergleich zu den bereits erreichten Zielen und zu den Möglichkeiten unter diesen Regierungen. Sie werden das grauenerregende Szenario eines Versagens dieser Staaten an die Wand malen, wie schlimm es sein würde, wenn diese Staaten versagen und die politische Kontrolle in die Hände der bösen imperialistischen und neoliberalen Rechten fällt. Diesen Alptraum gelte es zu verhindern, selbst wenn wir dadurch genötigt werden Autoritäten, Unterdrückung, Korruption, technischen und administrative Ineffizienz und die ganzen anderen aus dem Sowjetblock bekannten Bosheiten der marxistisch-leninistischen Regime zu ertragen.

Von Worten zur Tat

Unsere konkrete Erfahrung, 51 Jahre in Kuba und 11 in Venezuela, was diese so genannten sozialistischen Staaten waren und immer noch sind, zeigt, dass wir die „progressiven“ oder „weniger bösen“ Staaten genauso zurückweisen müssen, wie jeden anderen Staat. Wer das für Venezuela verneint, der soll sich die Texte durchlesen, die wir seit 1999 in der Zeitschrift El Libertario veröffentlichen. Auf unserer Webseite kann das auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch nachgelesen werden. Wer sich für den kubanischen Staat ausspricht, kann sich die Texte von einheimischen und exilierten kubanischen Anarchist_innen durchlesen. In allen Texten werden die anti-imperialistischen Ablenkungsmanöver beider Staaten enttarnt: das opportunistische antiamerikanische Geschrei verhüllt beschämende Einverständnisse und Kompromisse mit dem transnationalen Kapital, verkleidet als bescheidene kooperative Unternehmen.

Die Beziehung solcher Staaten bringt keinen Fortschritt für die einfachen Leute. Aus Sicht der kubanischen Bevölkerung könnte mensch zynisch argumentieren, dass sich der Lebensstandard dank der massiven ökonomischen Zuwendungen, die Kuba von Venezuela erhält, und die sogar größer sind als die aus der ehemaligen Sowjetunion, eindeutig verbessert hat. Nur so konnte die spezielle Periode, nach dem Verlust ökonomischer Unterstützung durch die sowjetischen Staaten, überwunden werden. In Wirklichkeit haben sich nur die ökonomischen Abhängigkeiten verändert. Kuba wurde abhängig vom Chavez Regime (siehe dazu: convivenciacuba.es/content/view, economiacubana.blogspot.com und www.cuadernodecuba.com/2009/10/decrecimiento-economico-venezolano.html)

Obwohl beide Regierungen die Leichtgläubigen zu überzeugen suchen, dass der Austausch und die Kooperation zwischen ihnen auf gleicher Augenhöhe abläuft, – Kuba gibt Wissen und humane Hilfe im Austausch für Öl und andere venezolanische Produkte – genügt ein objektiver Blick auf die meisten Arbeitsbereiche in denen kubanische Expert_innen angestellt sind, um zu erkennen, dass sich ihr Wissen und ihre Kompetenz kaum von dem untersvcheidet was vorher dort gewesen ist und dass sie oftmals lediglich dort arbeiten, da das Chavez Regime gegenüber den gleichwertigen Expert_innen aus dem eigenen Land politisch misstrauisch ist. Außerdem verlangen die einheimischen Arbeiter_innen in diesen Bereichen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, als ihre kubanischen Kolleg_innen.

Kuba war ein ertrinkendes Regime, das von Venezuela einen Sauerstofftank geliefert bekommen hat. Es wurde vom Gast an der sowjetischen Tafel zum Mündel der bolivarianischen Heiligen. Der Übergang von der einen Situation zur anderen bedeutet für die einfachen Kubaner_innen nicht, dass der Staat aufhört eine Bürde auf ihren geschundenen Rücken zu sein.

Ist Chavez nicht besser?

Auf venezolanischer Seite wird die Zeitungsente verkauft, dass sich dank der guten Beziehungen zwischen dem Chavez Regime und der kubanischen Regierung, der Zugang zu Bildung, Gesundheit, Kultur und Sport verbessert hat. In Wahrheit geht aus den täglichen Berichten, die wir hören, hervor, dass die wirkliche Situation eine ganz andere ist, als der offizielle Mythos.

Wie sich täglich feststellen lässt, hat die sichtbare Rolle der mehr als 40.000 anwesenden Kubaner_innen immer weniger mit den kollektiven Bedürfnissen der Bevölkerung zu tun, sondern vielmehr mit den Instrumenten der staatlichen Kontrolle und Repression. Sie sind berüchtigt in Ausweisstellen, offiziellen Büros, als Berater politischer Kommissare und als Sicherheitsleute für die großen Bosse und die hohe Bürokratie. Am Sonntag den 25.04.2010 musste Chavez sogar ihre Präsenz in der Armee eingestehen.

Abschließend sei gesagt: die heutige anarchistische Bewegung muss sich im Klaren darüber sein, dass der kubanische Staat von Venezuela abhängig geworden ist und Chavez benötigt Kuba zur Beherrschung der venezolanischen Bevölkerung. Erinnern wir uns daran, was am Anfang dieses Textes über grundlegende Positionen des Anarchismus gesagt worden ist, nämlich die Solidarität zwischen den einfachen Menschen, die gegen Staaten und staatliche Repressionen zu kämpfen haben. Aus diesem Grund fördern die kubanischen und venezolanischen Anarchist_innen die Kontakte untereinander, da die Solidarität entscheidend ist, um den alltäglichen Herausforderungen zu begegnen.

Sechs kubanisch-anarchistische Webseiten:

* Homepage der kubanisch-libertären Bewegung der Anarchist_innen im Exil (MLC): www.mlc.acultura.org.ve
* MLC-Blog in Spanisch und Englisch: movimientolibertariocubano.entodasparte.net

* Kubanisch-libertäres Bulletin, veröffentlicht von GALSIC (Grupo de Apoyo a los Libertarios y Sindicalistas Independientes de Cuba): www.nodo50.org/ellibertario/cubalibertaria.html

* Netzwerk des kubanischen Observatorio Critico: observatorio-critico.blogspot.com

* Blog von Catedra Haydee Santamaria: elblogdelacatedra.blogspot.com

* Französische und spanische Webseite in Solidarität mit den kubanischen Anarchist_innen: www.polemicacubana.fr

(Internationales – 23.11.10 von FAU Internationales Sekretariat )