griechenland und weiter

(ert)
“Die Revolution wird nicht gewaltfrei sein” – kann sein, aber das ändert nichts dran, wie wichtig es ist, zu versuchen, sie so Gewaltfrei wie nur irgend möglich zu!!! Und eine Bank anzuzünden, ist kein revolutionärer Akt, möglicherweise nicht mal ein rebellischer! Gewalt verhindern kann man am besten, indem versucht, sich zu organisieren und im rahmen der Organisierung eine Idee davon entwickelt, wie z.B. ein Generalstreik auszusehen hat, was ein Generalstreik beinhalten soll.
Ohne die Proteste in Griechenland kleinreden zu wollen, zeigt sich hier wohl eine Tendenz, die sich in den letzten 15 Jahren durchgesetzt hat: Revolte als Event. Vorbeimarschieren an den Symbolen der Macht, Scharmützel mit der Polizei, eine Bank/Mc Donalds/Regierungsgebäude angreifen….
Und da hilft es nichts, wenn AnarchistInnen die weitreichendsten und radikalsten Forderungen aufstellen. Solange man sich darauf beschränkt, die Symbole der Macht anzugreifen, ändert sich nix am System. Die ParteikommunistInnen wollen das Parlament erobern – symbolisch bei Protesten, real über Wahlen! Die AnarchistInnen wollen das Parlament anzünden. Und?
Auch wenn man das Parlament tatsächlich erobern will, um dort einen Arbeiterrat oder „Volks“rat zu installieren, ist das Unsinn. Denn ein solcher, oder solche, müssen zuallererst in den Betrieben und Kommunen gebildet werden!
Drum reicht es auch nicht aus, wenn wir als SyndikalistInnen allein den Generalstreik postulieren. Der Generlastreik soll nämlich auch die soziale Revolution sein. D.h.: es geht nicht darum, nur die Arbeit niederzulegen, sondern v.a. darum, sie in Eigenregie wieder aufzunehmen.
Und hier kommt die revolutionäre Gewalt ins Spiel – wenn man sich nämlich z.B. in einer besetzten Fabrik gegen die anrückende Staatsmacht verteidigt. Und diese Gewalt kann niemand madig machen. Menschen in einer Bank an zu zünden – und wir müssen davon ausgehen, dass es sehrwohl sein kann, dass es „Autonome“ oder „Anarchisten“ waren – wird zurecht jeder vernünftige Mensch verurteilen!
Wie schon erwähnt, will ich die Proteste – den Generalstreik – nicht kleinreden und ich bin auf alle Fälle solidarisch mit den griechischen ArbeiterInnen.
Aber anstatt den Tod der drei zu bedauern und nach möglichen Fehlern zu suchen, die dazu geführt haben, jetzt herzugehen, und quasi zu suggerieren, diese wären „für eine gute Sache gestorben“ oder „selbst schuld“ oder darauf hinzuweisen, dass „der Kapitalismus Millionenfach mordet“, da kann ich nicht mit!!!!
Es war nämlich eine Scheiß-Aktion!!!! Das wissen, wie’s aussieht, auch die griechischen ArbeiterInnen, AnarchistInnen und anarchistischen ArbeietrInnen! Egal wer schuld ist!
(aus „syndikalimus.blog“)

keine*r wollte den tod der drei menschen – aber einige, von verschiedenen seiten, haben ihn billigend in kauf genommen.

Kommentare wie „selber schuld“ oder „kollateralschaden in der sozialen Revolution“ sind (höflich formuliert) einfach nur dämlich

mit syndikalitischen oder gar anarchistischem verhalten – was auch immer ein vorleben von alternativen bedeutet – hat dies nichts zu tun — aber das wissen die griechischen genoss*innen seit jahrzehnten selber — kurios hier in deutschland sind manche aktionen, wo sich “anarcho”syndikalisten mit staatstragenden linken, bolschewisten und parteien zusammentun, um ihre Solidarität mit den “arbeiter*innen” zu zeigen . selbst der olle charly hat mal gesagt, daß wenn demokraten hingehen, mit staatsanleihen ihren staat wieder aufzubauen, ist es die aufgabe der arbeiter*innen(und einiger anderer auch) den staat in den endgültigen bankrott zu treiben.
in dem sinne sollte der generalstreik verschärft weitergehen und mit besetzungen und direkten aktionen erweitert werden. denn momentan macht die kommunistische partei griechenland mächtig dampf, die gestern noch die anarchist*innen als fremdgesteuert und von der reaktion bezahlt bezeichnet hat
keine leichte aufgab also für die libertären genoss*innen – denn sie müssen sich auch noch gegen die herbeigerufene”diktatur der partei” wehren
meine solidarität kann dann auch nur eine praktische sein, weil das was in Griechenland passiert, morgen auch hier in deutschland passieren kann und wird.
bereiten wir uns also darauf vor – geben wir keine petitionen in griechischen konsulaten ab(das überlassen wir der staatsverliebten linken) sondern gehen schon mal zur deutschen bank oder sonstwohin(ja, geschenkt, muss ja kein molli in der “geschäftszeit” sein)

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